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Springer wettert gegen kostenlose Tagesschau iPhone-App

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Springer wettert gegen die kostenlose Tagesschau-IPhone App und wirft der ARD Wettbewerbsverzerrung vor (hier nachzulesen). Ich erinnere mich an eine ähnliche Debatte als die ARD/ZDF Mediathek gelauncht wurde. Hier findet man übrigens einen interessanten Vergleich ob ein finanzielles Ungleichgewicht zwischen Öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern besteht, mit dem Ergebnis das dies nicht so ist.

Nun aber zur iPhone-App. Als Gebührenzahler bin ich nicht nur der Meinung das die Öffentlich-rechtlichen ihre Angebote Online nutzbar machen sollten, vor allem unter dem Gesichtspunkt das auch GEZ Gebühren für Internet fähige Computer anfallen, sie sind sogar verpflichtet dazu. Ob eine iPhone-App dazugehört? Ich denke auf jeden Fall. Springer argumentiert, dass der Auftrag der Öffentlich-rechtlichen sei ein Grundangebot an Informationen zu sichern. Dies beinhaltet dann doch wohl auch, dass man dieses Grundangebot über möglichst viele Wege zur Verfügung stellt. Des Weiteren ist es doch auch so, dass wir von den Öffentlich-rechtlichen erwarten, dass sie mit den gezahlten Gebühren das bestmögliche Angebot zur Verfügung stellen. Natürlich sehe ich die Zwitterrolle der Öffentlich-rechtlichen, die mit nicht erwirtschaftetem Geld, in der Medienwelt konkurrieren. Ich fände es trotzdem interessant, was die Volks Zeitung Bild über „Maßnahmen zur Verschlechterung des Angebots der Öffentlich-rechtlichen finanziert über Gebührengelder“ zu sagen hätte.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass Springer ein bisschen sauer ist, weil die ARD iPhone-App mit ihrer eigenen kostenpflichtigen App konkurrieren wird. In Wahrheit geht es hier grundsätzlich um Monetarisierung von Web Inhalten und Wettbewerb. Das heißt das sich zuerst einmal die Frage stellt ob es Sinn macht die iPhone-App kostenpflichtig anzubieten, oder ob man diese nicht viel mehr als ein Vehikel benutzen sollte um Traffic auf die eigentlichen Seiten zu kriegen und dadurch eine Steigerung der Werbeeinahmen zu erreichen. Das Springer oder viel mehr Springer Chef Döpfner davon nicht so viel hält, lässt sich ganz gut in diesem Interview des Manager Magazins raus lesen in dem er kostenlose Inhalte im Netz als

„abstruse Fantasien von spätideologisch verirrten Web-Kommunisten“

bezeichnet. Hierzu sollte man auch diesen guten Spiegel Artikel lesen, der zu Recht auf das klassische Business Model von Fernsehen und Verlagen hinweist, die Inhalte schon immer über Werbung finanzierten und nur in Ausnahmefällen über Gebühren, dann aber werbefrei. Ein weiterer Punkt ist, dass die Inhalte für die Springer App ja so oder so produziert werden und hier nur in iPhone Form aufbereitet sind. Auch die Entwicklung einer iPhone-App verschlingt keine Unsummen. Die Argumentation, das die Öffentlich-rechtlichen hier aus dem Vollen schöpfen könnte und Springer hohe Investitionen braucht um konkurrenzfähig zu bleiben, geht also auch nicht auf.

Worauf es dann hinausläuft, sind Faktoren wie Usability der App, Qualität und Zielgruppenrelevanz der Inhalte, kurzum klassischer Wettbewerbsfaktoren zwischen zwei konkurrierenden Produkten. Ich denke dass Springer diesen Wettbewerb doch eigentlich nicht scheuen muss, grade unter dem Aspekt dass einige Inhalt eben nicht von den Öffentlich-rechtlichen bedient werden. Keine Lust auf Wettbewerb?

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