Alle Artikel mit dem Schlagwort ‘Gentrifizierung

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Hauptstadthype: Berlin ist hinüber. Endgültig. Aus.

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Anders als die Hugenotten oder die Kriegsdienstverweigerer, die diese Stadt so prägten, haben die Kreativ-Einwanderer (die Autorin zählt sich selbstverständlich dazu) kaum Leidensdruck mehr. Keinen Grund zur Flucht, nur das Ankommen zählt. Bestand der vorletzte Schub der Zuzügler noch aus denen, die in ihrer Provinzschulklasse schon immer etwas anders waren, kommen nun vornehmlich die, die das Andere suchen, anstatt es mitzubringen.

Quelle: Hauptstadthype: Berlin ist hinüber. Endgültig. Aus. – DIE WELT mobil

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Ein Abschiedsbrief an das Berlin, das ich liebte

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Tatsächlich ist es derzeit so, dass ich dich immer noch sehr gern habe, Berlin. Mir geht es gut in dir, und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben. Nur die elektrische Energie versiegt nach und nach. Im Alltag sind immer weniger Blitze zu sehen. Und ich könnte Zugezogenen derzeit gar nicht so recht sagen, was an Berlin im Jahr 2015 so aufregend ist. Genauso wenig weiß ich derzeit nicht, warum ich in fünf Jahren noch unbedingt an diesem Ort leben müsste.

Du läufst Gefahr, dass dein wichtigster Rohstoff verloren geht: Diese Mixtur aus Unsinn und Genialität, die Widerspenstigkeit gegen alles Reale. Und ich fürchte, dass ich eines Morgens im Winter mit Blick auf deine kahlen Alleen aufwache und mir denke, dass Berlin eigentlich kaum anders ist als Hannover: eine Stadt ohne Eigenschaften.

Quelle: Ein Abschiedsbrief an das Berlin, das ich liebte

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Szene: Bionade-Biedermeier | ZEIT ONLINE

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Wuuuunderbar! Aber weshalb? Der Prenzlauer Berg wirkt vielerorts, als habe es nie so etwas wie eine Unterschichtendebatte gegeben, ein Demografieproblem, Migration. Hier herrscht der Bionade-Biedermeier. Die 100000 Zugezogenen haben eine neue Stadt geschaffen, doch wem kommt diese zivilisatorische Leistung zugute, außer ihnen selbst? Ihr Prenzlauer Berg ist ein Ghetto, das ohne Zaun auskommt – weil es auch ohne zunehmend hermetisch wirkt. Die Zuwanderung wird über den Preis pro Quadratmeter gesteuert und über den enormen Anpassungsaufwand, dem man sich hier leicht aussetzt. Wer nicht das Richtige isst, trinkt, trägt, hat schnell das Gefühl, der Falsche für diesen Ort zu sein. Man glaubt so offen zu sein und hat sich eingeschlossen.

Zwar ist Milieubildung ein normales soziales Phänomen, weltweit sortieren sich die Menschen nach Lebensstil, Bildung, Vermögen – das Besondere am Prenzlauer Berg aber ist, dass er nicht wahrhaben will, dass er ganz anders ist, als er zu sein glaubt.

Quelle: Szene: Bionade-Biedermeier | ZEIT ONLINE